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Augsburgs neues Web-Portal UND JETZT KOMMST DU: Was es kann, was es bietet

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Pünktlich zur Eröffnungsfeier der frisch herausgeputzten Innenstadt präsentierte Augsburg mit und-jetzt-kommst-du.de sein neues Web-Portal im Netz. Alle Interessierten können sich dort im Vorfeld ihres Besuches über Shops, Händler und Dienstleister sowie über kulturelle Veranstaltungen innerhalb der Fuggerstadt informieren. Und das online (!) wohlgemerkt. Doch was bietet das Online-Plattform und lohnt sich die Nutzung überhaupt?

Die Stadt will wieder mehr Besucher nach Augsburg locken. Aus diesem Grund hat sich die Innenstadt herausgeputzt. Der nun autofreie Kö wurde bereits letztes Jahr wiedereröffnet und das Stöckelschuh-feindliche Kopfsteinpflaster in der Fußgängerzone musste rund 71.000 Platten weichen. Nach drei Jahren intensiver Bauphase atmen Stadt, Bewohner, Besucher und ganz besonders Einzelhändler kräftig durch.

Besucher sollen sich im Herzen Augsburgs wohlfühlen und dort gerne verweilen wollen. Dieses neue urbane Lebensgefühl möchte die Stadt mit der Kampagne „Und jetzt kommst du“ in die Region tragen. Der zuletzt entvölkerten Innenstadt soll wieder neues Leben eingehaucht werden.

Damit dieses Ziel gelingt, hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der City Initiative Augsburg (CIA) neben der Kampagne das neue Online-Portal und-jetzt-kommst-du.de gestartet. Dort soll Händlern und Dienstleistern eine gemeinsame Plattform geboten werden, auf der sie sich potenziellen Kunden präsentieren können. Mit diesem Schritt möchte die Stadt Augsburg dem veränderten Informations- und Konsumverhalten begegnen und Kunden von der Online-Welt wieder zurück in die Offline-Welt führen.

Und jetzt kommst du – gezielte Suche nach Branche, Geschäft, Marke oder Stimmung

Im Web-Portal selbst haben Nutzer mehrere Möglichkeiten, um nach Informationen zu suchen:

  • Nach Branche suchen
    Unter diesem Punkt kann der Nutzer innerhalb bestimmter Branchen suchen, die mittels Checkboxen ausgewählt werden können. So stehen unter anderem die Rubriken „Mode & Lifestyle“, „Essen, Feiern & Schlafen“, „Leben & Wohnen“ oder „Lesen & Schreiben“ zur Verfügung. Wählt der Nutzer hier mindstens eine aus, werden ihm im Anschluss alle im Portal gelisteten Anbieter angezeigt, die für diese Branche in Frage kommen. Bei Klick auf „Leben & Wohnen“ beispielsweise erscheinen mit Karstadt und BoConcept zwei bekannte Anbieter. Aber auch kleinere Händler wie Linea Wohntextilien, Woll Schaefer oder das Astwerk Augsburg werden einem als Vorschläge unterbreitet. Was den Nutzer nach Klick auf einen bestimmten Händler bzw. Dienstleister erwartet, sind eine kurze Beschreibung über das Leistungsangebot sowie einige Impressionen der Ladeneinrichtung und ein Link zur Internetsite des Anbieters.

 

  • Nach Geschäft suchen
    Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Suche nach Geschäften. In einem Suchfenster wird einfach der Name des Händlers eingegeben und schon stehen Informationen wie Adresse, Angebot sowie eine Kartenansicht zur Verfügung.
    Kleines Ärgernis: Ist einem der genaue Name des Unternehmens nicht bekannt, wird’s schwierig. Gibt man in das Suchfenster statt „Woll-Schaefer“ zum Beipsiel „Woll Schaefer“ oder „Woll Schäfer“ ein, findet das Portal keinen Anbieter. Die interne Suche sollten die Betreiber zwingend überarbeiten damit auch ungenaue Eingaben zu Treffern führen. Eine Vorschlagfunktion würde hier schon Abhilfe schaffen. Dass es keine Ergebnisse anzeigt, sofern der Händler nicht im Portal gelistet, dürfte klar sein.

 

  • Nach Marken & Leistungen suchen
    Möchte man wissen, welche Geschäfte in der Innenstadt Augsburg eine bestimmte Marke oder Dienstleistung anbieten, ist die Variante „Nach Marken & Leistungen suchen“ die sinnvollste weil auch schnellste. Auch hier muss der Nutzer in einem Suchfenster den Markennamen eingeben und schon werden geeignete Geschäfte angezeigt.

 

  • Nach Stimmung suchen
    Die wohl interessanteste weil auch ungewöhnlichste Funktion ist die Suche nach Stimmung. Hier ist es erneut möglich über Checkboxen eine Auswahl zu treffen. Die Auswahlmöglichkeiten „Für echte Männer“, „Für die Mädels“ oder „Augsburg Original“ versprechen spannende und überraschende Treffer zu liefern. Wie bei der Branchensuche ist auch hier eine Mehrfachauswahl möglich. Ob die Treffer tatsächlich auch relevante Angebote liefert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Als Inspiritation dient diese Suchvariante allemal.

Events, Neuigkeiten und Erreichbarkeit als zusätzlicher Service für Kunden

Unter dem Menüpunkt „Neuigkeiten“ finden Nutzer verschiedene Informationen rund um die Innenstadt Augsburg. Ob Infos über das Ende der B17-Baustelle, Hinweise zu Gewinnspielen oder Ankündigungen zu kommenden Veranstaltungen wie das La Strada Fest in Augsburg.

Der Reiterpunkt „Events“ überschneidet sich zum Teil mit der vorigen Kategorie. Hier soll in Zukunft vor allem Händlern und Dienstleistern die Möglichkeit geboten werden, Konsumenten auf eigene Veranstaltungen und Aktionen aufmerksam machen zu können. Aktuell finden sich hier hauptsächlich noch Stadtveranstaltungen wie das Modular Festival 2015 oder die Ankündigung des Historischen Stadtfestes.

Den schnellsten Weg in die Innenstadt finden Nutzer unter dem Reiter „Erreichbarkeit“. Wie bei einem Routenplaner können sie ihren aktuellen Standort eingeben und sich den Weg zu sämtlichen Park + Ride Parkplätzen, Parkhäusern und Tiefgaragen berechnen lassen, Wegbeschreibung inklusive. Wer hingegen den Weg mit Drahteseln bevorzugt, der findet nahgelegene NEXTBIKE Fahrrad Stationen.

Schön wäre es, wenn der Routenplaner Vorschläge zu möglichen öffentlichen Verkehrsmitteln unterbreiten würde. Zwar werden einige wenige Straßenbahnhaltestellen angezeigt, welche Busse oder Straßenbahnen vom aktuellen Standort jedoch in die Innenstadt führen, ist nicht ersichtlich. Aber was noch nicht ist, kann noch werden.
Übrigens erlaubt sich die Stadt noch einen kleinen Witz (!). Sie rät nämlich von einer Anreise per Schiff ab.

So können Unternehmer sich auf und-jetzt-kommst-du.de listen lassen

Der Erfolg eines Online-Shopping-Portals hängt immer auch von der häufigen Verwendung der Kunden ab. Damit Konsumenten sich dort immer wieder sehen lassen, spielt die Anzahl der darauf befindlichen Anbieter eine entscheidende Rolle. Sie stellen die Basis für ein solches Web-Portal dar. Ähnlich sieht das auch Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber. Ihr Appell an die Anbieter auf der Internetseite der Stadt Augsburg: „Nun hängt es von Ihnen ab, ob diese einmalige, historische Chance, gemeinsam für Augsburg zu handeln, auch wirklich tragfähig wird.“

Damit Unternehmen mit ihren Geschäften auf und-jetzt-kommst-du.de gelistet werden, müssen sie im Vorfeld einen Antrag stellen. Hierfür steht auf der Plattform ein Online-Formular zu Verfügung. Voraussetzung ist , dass es sich um ein in der Innenstadt befindliches Geschäft handelt.

Für eine Listung stehen folgende Pakete jeweils mit unterschiedlichem Leistungsumfang zur Auswahl:

  • WEB BASISmini
  • WEB BASIS
  • WEB PROFI
  • WEB ADVANCED

Die Leistungen der einzelnen Pakete reichen von einer einfachen Listung mit kurzer Beschreibung und einer beschränkten Anzahl Bilder (aktuell drei Stück) bis hin zur Social Media und Video Einbindung sowie Event-Veröffentlichungen bis maximal 12 Stück pro Jahr. Die Paketpreise variieren zwischen 149 Euro und 899 Euro pro Jahr (Stand: 30.05.2015). Entscheidet sich ein Händler für ein bestimmtes Paket, kann er zu einem späteren Zeitpunkt auf ein Höheres umsteigen. Ob auch ein Downgrade möglich ist, war den Seiteinformationen bisher nicht zu entnehmen.

Mein persönliches Fazit zum Web-Portal Und jetzt kommst du:

Mit passenden Namen hat es die Stadt Augsburg leider nicht so ganz. Zwar ist der Name Und jetzt kommst du meiner Meinung nach für eine Kampagne durchaus geeignet. Die Wenigsten werden hinter der selben Bezeichnung jedoch ein Web-Portal vermuten. Und was ist, wenn die Kampagne längst schon der Vergangenheit angehört? Die Online-Präsenz wird dann weiterhin unter und-jetzt-kommst-du.de zu erreichen sein. Ein etwas aussagekräftigerer Name, der auch Suchmaschinen wohlgesonnen ist, wäre wohl sinnvoller gewesen. Auch die wenig erquickende Denglisch-Schöpfung Sonntag in the city war namentlich nicht gerade grandios.

Sei’s drum, schließlich geht es hier nicht um den Namen, sondern um die Idee, die dahinter steckt. Und hier muss man der Stadt und stellvertretend Bürgermeisterin Eva Weber sowie der City Initiative Augsburg ein Lob aussprechen. Denn der Schritt ist mutig und zumindest für Augsburg auch ein Stück weit innovativ. Und dies ist eher ungewöhnlich.

Mit dem Web-Portal www.und-jetzt-kommst-du.de passt sich die Stadt zweifelsfrei an das veränderte Informations- und Kaufverhalten der Kunden an. Heute ist es gang und gäbe, dass sich Konsumenten vor einer ausgedehnten Shopping-Tour im Netz informieren.

Ob die Plattform letzten Endes zu einem erhöhten Kaufverhalten in Augsburg beitragen kann, hängt unter anderem von einem kontinuierlichen Ausbau sowie der regelmäßigen Pflege ab. Auch wie die Stadt Augsburg das Portal zukünftig in ihre kommunikativen Maßnahmen einbindet, wird eine wichtige Rolle spielen.

Zünglein an der Waage werden aber Händler und Konsumenten sein. Nehmen sie das Portal nicht an, wird dieses ähnlich schnell veröden wie so manche Innenstadt. Das sieht auch Augsburgs 2. Bürgermeisterin so. Auf der Informationsplattform B4B Schwaben meint Eva Weber: „Je mehr Partner sich beteiligen, umso umfangreicher werden die Möglichkeiten der Kampagne“ und somit auch der Plattform.

Eines ist klar: Ein paar Bilder sowie kurze Beschreibungen der Geschäfte werden kaum ausreichen, um das Interesse der Kunden am Web-Angebot dauerhaft hoch zu halten. Das Portal muss Händlern und Konsumenten einen klaren Mehrwert bieten. Eine gute Möglichkeit wären beispielsweise downloadbare Coupons und Rabatt-Gutscheine.

Ein Hemmnis für eine Portallistung von Händlern könnten hingegen die erhobenen Gebühren darstellen. Zwar bietet die Stadt mit verschiedenen Pakten zu unterschiedlichen Preisen sicher für jede Geschäftsgröße ein bezahlbares Modell. Eine kostenlose Basis-Listung könnte diese Barriere trotzdem abbauen. Und ist ein Unternehmen einmal auf dem Portal aktiv, ist die Wahrscheinlichkeit eines Upgrade ungleich höher. Zumindest würden sämtliche Innenstadt-Geschäfte auf dem Portal zu finden sein.

Dem lokalen Handel und vor allem kleineren und unbekannteren Händlern bietet und-jetzt-kommst-du.de die Chance, sich mit dem eigenen Angebot und den eigenen Dienstleistungen online zu präsentieren. Selbst, wenn die Läden über keine eigene Internetpräsenz verfügen.

Die Stadt liefert den Türöffner, hindurch gehen müssen Händler und Konsumenten allerdings selbst.

Was ist deine Meinung zur Augsburger Kampagne Und jetzt kommst du sowie zum gleichnamigen Web-Portal?

 

„Und jetzt kommst du“ – die Kampagne der Stadt Augsburg im Netz

„Und jetzt kommst du“ -Website

„Projekt Augsburg City“ auf Facebook

„Projekt Augsburg City“ auf Youtube

 

Foto: Peter Atkins – Fotolia

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