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Der Augschburg Beat- Perlen der Augsburger Sprache als Internet-Hit

Der Augsburg Beat von hitradio rt1 mit typischen Augsburger Woertern ist der neue virale Hit im Internet

Augsburg und die Viralität*, das scheint zu passen. Der Augsburg Beat (original Augschburg Beat) ist das neueste Kunststück von hitradio rt1. Mit dem Augsburg Style – einer Imitation des Gangnam Styles – erhielt hitradio rt1 2012 im Netz schon reichlich Klicks. Und auch der Kasperle aus der Augsburger Puppenkiste sorgte letztes Jahr mit seiner Reise ins All für viel Aufsehen.

Ist man schon mal jemandem auf der Straße begegnet, der über eine verdammte Badschlach schimpfte, oder wurde man von einer Verkäuferin während der Anprobe als Grischberle bezeichnet, dann kann man sich sicher sein: ein echter Augsburger stand einem gegenüber. Auch die etwas unsanfte Titulierung als Muhaggl ist ein sicheres Anzeichen dafür, einem richtigen Augschburger begegnet zu sein.

Gut zugegeben, nicht jeder Augsburger drückt sich mit dieser etwas sonderbaren und für Zuzogene kaum verständlichen Wortwahl aus. Aber dennoch sind wir Augsburger eben mal so. Plastiktragetasche, Unterhose oder Instantsuppe kann jeder. Gschdaddl, Unterbummbl oder Pägglasuub kann nur die Fuggerstadt. Ob wir für unseren Dialekt ein Schönheitspreis gewinnen würden, darf sicher angezweifelt werden. Aber Augsburg hat seine eigenen Wörter, auf die wir ein bißchen stolz sind und über die wir selbst auch ein wenig schmunzeln.

hitradio rt1 ließ vor kurzem über die klang und krafvollsten Augsburger Wörter abstimmen. Was heraus kam war eine Sammlung…nein, waren die „Perlen der Augsburger Sprache“. Und weil die so schön sind, kreiierte der lokale Radiosender daraus gleich einen Song. Mit niemand geringeres als Kabarettist Herr Braun in der Haupt- und Gesangsrolle.

Der Text zum Song stand von rt1-Programmdirektor Daniel Lutz, Moderator Alexander Wohlrab und Herr Braun.

Der ebenfalls lokale Sender Radio Fantasy veröffentlichte vor etlichen Jahren übrigens mit dem „Sprachführer“ Wo der Bardl da Moschd holt bereits ein ähnliches Sammelsurium Augsburger Prachtausdrücke. Damals sogar samt CD mit originaler Vertonung.

Die zehn „beliebtesten“ Augsburger Begriffe.

  1. Badschlach – Pfütze
  2. Giggele – Brotanschnitt
  3. Muhaggl – Ungehobelter Zeitgenosse
  4. Graffl – Unrat
  5. Gluuschd – Gelüste
  6. Underbumbbl – Unterhose
  7. Grischberle – Wenig stattliches Mannsbild
  8. Gschdaddl – Plastiktragetasche
  9. Fodzahobl – Mundharmonika
  10. Pägglasuub – Instantsuppe

Weitere typische Begriffe aus der Welt der Augsburger sind Budderbrezg, Schellawald oder Tonnamänner. Und Graddler ist ein weiterer Ausdruck für jemanden, dem man gegenüber nicht so wohlgesonnen ist oder den man zumindest etwas kritisch beäugt.

Eines meiner Lieblingswörter und von mir persönlich auch häufig verwendet ist das Babberle. Meist dann, wenn ich mich mal wieder an einem Papier geschnitten habe. Dann ist es nämlich wieder Zeit für ein Pflaster.

Was ist eure Meinung zum Augschburg Beat?

 

* Der Begriff Viralität (bzw. viral) bedeutet im Zusammenhang mit Medien, dass Informationen innerhalb kürzester Zeit von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Ähnlich wie ein biologischer Virus. Begünstigt wird Verbreitung durch Social Media wie Facebook, Twitter oder Youtube. Viralität ist kein Phänomen der sozialen Medien, sondern eigentlich so alt wie die Menschheit. Aufgrund der sozialen Medien funktioniert die Verbreitung heute viel schneller und erreicht dabei deutlich mehr Menschen. (Vergleich hierzu kommunikation-kmb.de)

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