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Wenn die Panther-Fans die Nase voll haben – Stimmungsboykott im Curt-Frenzel-Stadion

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Was zum Teufel ist nur mit den Augsburger Panthern los? Am letzten Sonntag im DEL-Spiel gegen die Krefeld Pinguine verweigerten die sonst so treuen und lautstarken AEV-Fans der Mannschaft die Unterstützung. Wer sich in der Augsburger Eishockeyszene auskennt, der weiß, da muss einiges zusammengekommen sein. Doch wie konnte es eigentlich nur soweit kommen?

Der Saisonstart mit sechs Heimsiegen verlief nahezu überragend. Nach neun Spieltagen hieß es Platz zwei hinter den Mannheimer Adlern. Die Partien wurden nicht allein über den Kampf gewonnen, sondern auch aufgrund spielerischem Glanz und mannschaftlicher Geschlossenheit. Unnötig zu erwähnen, dass es sich bei den entzauberten Gegnern nicht um Fallobst handelte (schließlich kann es nur ein Fallobst geben ;-)). Genau genommen gibt es für die Augsburger Panther in der DEL keinen Kontrahenten, den man einfach mal so wegputzt.

Die Mannschaft bot begeisterungsvolles Eishockey und fegte Mannschaften wie Berlin, Köln, Düsseldorf und Hamburg regelrecht aus dem Curt-Frenzel-Stadion. Derbysiege gegen Ingolstadt und Straubing standen zu Buche. Lediglich den Schwenninger Wild Wings und den Nürnberg Ice Tigers musste man sich in den ersten Partien geschlagen geben.

Wie es schien, nur ein kurzes Abkommen vom rechten Weg. Denn in den kommenden Begegnungen gingen meist wieder die AEV-Cracks als Sieger vom Eis. Die Vorstellungen der Panther waren so überzeugend, dass einige in der Eishalle gar von der direkten Play-Off-Qualifikation träumten. Es sei eines der besten Teams der letzten Jahre, war aus so manchem Munde des ein oder anderen altgedienten Anhängers zu hören. Und es gab nicht viel, was gegen diese These sprach. Die Mannschaft wirkte gefestigt, das Verhältnis zum Trainer schien intakt und die Spieler genossen das Bad in der euphorisierten Menge.

Doch an irgendeinem Punkt in der Saison fing alles an schief zu gehen. Es folgte größtenteils Niederlage auf Niederlage. Diese Serie endete schließlich in einem gellenden Pfeifkonzert sowie Hohn und Spott der Fans.

Zu allem Übel führten die bescheidenen Leistungen des Teams zum Ende einer Ära: Nach über sieben zumeist erfolgreichen Jahren musste Larry Mitchell bei den Panthern seinen Hut ziehen. Eine für Duanne Moeser und Lothar Siegl schwer zu treffende aber wohl notwendige Entscheidung.

Doch auch unter Mitchell’s Nachfolger Greg Thomson sahen die Fans kein Sahne-Eishockey zu sehen. Weitere Punkte wurden nur spärlich gesammelt. Man muss kein Prophet sein, um erahnen zu können, dass es am Ende der Saison für die (Pre-)Playoffs wohl leider nicht reichen wird. Ein weiteres Jahr müssen die Augsburger Fans so aller Voraussicht nach die schönste Eishockey-Zeit vor dem Fernseher verfolgen.

Alleine diese Tatsache wäre für viele AEV-Anhänger warhscheinlich noch zu ertragen gewesen. Schließlich bleibt man in der Fuggerstadt stets mit beiden Beinen am Boden der Tatsachen. Fans und Verantwortliche wissen den niedrigen Etat richtig einzuschätzen. Doch die Art und Weise, wie die dürftigen Ergebnisse der letzten Woche zu stande kamen, ist für den Anhang nicht erträglich. Auch wenn die Mannschaft das ein oder andere Spiel äußerst unglücklich verlor.

Der Stimmungsboykott der Fans ist nun das letzte Mittel, genau diesem Unmut Ausdruck zu verleihen. Und das auch vollkommen zu Recht. Doch wer die Augsburger Fans kennt, der weiß wie schwer es ihnen gefallen sein muss, dem eigenen Verein den Support zu verweigern.

Und so wurde es still im Curt-Frenzel-Stadion.

Was glaubt ihr, was ist der Grund für die Abwärtsspirale der Augsburger Panther in dieser Saison?

 

Foto: sport-in-augsburg.de

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