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Danke für alles, Larry Mitchell!

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Am 1. Dezember hat ein Großer die Fuggerstadt Augsburg verlassen. Und wie das oft so ist mit großen Persönlichkeiten, hat es auch dieser Jemand verpasst, diesen Schritt weitaus früher und von selbst zu gehen. Doch genau dieser Schritt ist eine Fähigkeit, wenn nicht gar eine Kunst, die nur die Wenigsten beherrschen.

Leider hat auch Larry Mitchell diese Kunst nicht beherrscht. Und so kam wie es kommen musste. Mitchell musste fast genau sieben Jahre nach seinem Amtsantritt den Platz an der Bande als Trainer der Augsburger Panther räumen. Hätte er vor einer oder zwei Saisons den Verein aus eigenem Wunsch hin verlassen, er wäre wohl mit erhobenerem Haupt von dannen gezogen. Schon vor geraumer Zeit wurden immer wieder Stimmen laut, die den Rausschmiss des Trainers forderten.

Und es mag auch manche geben, die hätten Larry Mitchell lieber Vorgestern als gestern vom Hof oder besser ausgedrückt vom Eis gejagt. Und sicher gibt es auch diejenigen, die nach wie vor keine große Meinung vom ehemaligen Panther Dompteur haben. Naja, jeder soll seine eigene Meinung haben dürfen.

Unumstritten ist jedoch, dass Larry Mitchell Großes für das Augsburger Eishockey, für den Verein und die Stadt geleistet hat. In seinen sieben Jahren hat er die Panther ganze viermal in die (Pre-)Playoffs geführt. Darunter auch eine Saison, die ganz Augsburg nie mehr vergessen wird. Eine Saison, die als bisher größter Erfolg des Augsburger Eishockeys in Geschichtsbücher eingegangen ist.

Augsburger Panther – Deutscher Vizemeister 2010

In der DEL-Saison 2009/2010 fertigte man erst die Mannheimer Adler, im Anschluss die Eisbären aus Berlin und zu guter Letzt die Grizzly Adams Wolfsburg ab. Allesamt Titel-Favoriten. Alleine den Hannover Scorpions, mit Trainerlegende Hans Zach an der Bande, musste man sich geschlagen geben. Am Ende hieß es Vizemeister, was in Augsburg einer Meisterschaft gleichkommt.

In diesen sieben Jahren standen Larry Mitchell und die Panther-Führungriege vielen Widrigkeiten gegenüber. Widrigkeiten, an denen viele andere vorher bereits gescheitert waren. Doch Mitchell nahm diese Herausforderungen immer wieder an. Trotz lukrativer Angebote anderer Vereine. Gar als Bundestrainer war er im Gespräch.

Gegangen ist nun nicht nur ein Trainer, gegangen ist auch ein ausgezeichneter Scout. Einer, der nicht selten ein glückliches Händchen für Spieler hatte, die nach kurzer Zeit bereits auf der Liste diverser top Klubs standen.

Auf der einen Seite lag dies an seinen hervorragenden Kontakten nach Nordamerika und seinem exzellenten Eishockey-Know-how. Auf der anderen Seite lag es aber auch an dem Vertrauen, das er so manchem Spieler entgegenbrachte.

Wer weiß, wie die Karriere von Dennis Endras verlaufen wäre, wenn ihn Larry Mitchell nicht zu den Panthern gelotst hätte. Und genau dieser Dennis Endras ist heute Torwart der Deutschen Nationalmannschaft sowie der Mannheimer Adler.

Es bleibt nur zu hoffen, dass Nachfolger Greg Thomson ein ähnlich glückliches Händchen bei den Transfers besitzt, wie es Larry Mitchell hatte. Dass er der Mannschaft neue Impulse versetzen konnte, hat sich in den letzten Spielen bereits gezeigt. Es scheint also wieder aufwärts zu gehen mit dem Augsburger Eishockey.

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Greg Thomson beerbt Larry Mitchell bei den Augsburger Panther Bild: Sport-in-Augsburg.de

Mit Greg Thomson als neuem Trainer ist das Kapitel Larry Mitchell und der AEV nach sieben, zu meist erfolgreichen Jahren, beendet. Zumal auch sein Verhalten und seine Entscheidungen im Curt-Frenzel-Stadion zuletzt etwas kontrovers zu sein schienen. (siehe hierzu den Kommentar von Peter Hummel auf daz-augsburg.de) Weshalb es für die Verantwortlichen der Augsburger Panther schlussendlich wohl ein notwendiger wenn auch schwer zu treffender Schritt gewesen ist.

Doch wie es Lothar Sigl so treffend sagte: „Larry Mitchell ist nicht der erste Trainer, von dem sich die Augsburger Panther trennen mussten, doch noch nie ist mir das so schwer gefallen. Wir haben Larry viel zu verdanken. Er hat hier in den vergangenen Jahren großartige Arbeit geleistet […].“

Die Panther-Fans zeigten im Vorfeld des Spiels gegen die Kölner Haie eine tolle Geste, der ich mich sehr gerne anschließen möchte. Und so bleibt mir nur noch eines zu sagen:

Danke für alles, Larry Mitchell!

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Fans der Augsburger Panther bedanken sich bei Larry Mitchell. Bild: Sport-in-Augsburg.de

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